Die Tour führte von Höxter über Rinteln und Minden bis nach Stolzenau entlang der Weser.
Diese Tour mit dem Wohnmobil im Weserbergland stand ganz im Zeichen ausgedehnter Fahrradtouren entlang der Weser. Auf größtenteils gut ausgebauten Radwegen ging es durch abwechslungsreiche Landschaften, immer begleitet von der Weser.
Neben dem Radfahren boten sich unterwegs zahlreiche Gelegenheiten für kleine Abstecher: historische Altstädte, markante Bauwerke und unerwartete Details am Wegesrand machten die Strecke zwischen Höxter, Hameln und Minden abwechslungsreich und lohnend.
Wohnmobilstellplatz in Höxter
In Höxter gibt es den Wohnmobilstellplatz „Am Floßplatz“ auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt. Er hat ca. 80 Stellplätze, viele davon mit direktem Blick auf die Weser.
Die Gebühr beträgt 11 Euro (2025). Die Entsorgung ist im Preis enthalten, Wasser bekommt man gegen eine geringe Gebühr.
Der Platz verfügt über Toiletten und Duschen, die allerdings kostenpflichtig sind. Bezahlt wird – völlig problemlos – an einem Kassenautomaten.
⚠️ Hinweis zur Anfahrt:
Die Weserbrücke in Höxter ist aktuell für Fahrzeuge über 3,5 t und breiter als 2,1 m gesperrt. (Stand 2/2026 soll sie demnächst erneuert werden.)


Die erste Anlaufstelle war genau dieser Stellplatz. Wenn man Glück hat – so wie ich – bekommt man einen Platz in der ersten Reihe und hat den direkten Blick auf die Weser mit dem gegenüberliegenden Ufer, sowie den vorbeifahrenden Schiffen.


Auf dem Platz habe ich zwei sehr interessante Gespanne angetroffen. Sie kamen ebenfalls aus dem Kreis Viersen und hatten bis hier bereits eine Strecke zurückgelegt, sie kamen von einem Treffen weit im Osten. Bei deren Höchstgeschwindigkeit brauchen sie schon ein paar Tage bis sie ihr Zuhause erreichen.
Höxter selbst ist ein überschaubares Städtchen mit einer netten Fußgängerzone und einer malerischen Altstadt. Zwischen den zahlreichen Fachwerkhäusern und kleinen Geschäften lässt es sich entspannt bummeln, ohne dass es überlaufen wirkt. Vom Stellplatz erreicht man die Altstadt in wenigen Minuten zu Fuß.





Fahrradtour nach Bad Karlshafen – und etwas weiter


Die erste Fahrradtour ging über den Radweg entlang der Weser nach Bad Karlshafen, am Kurhaus vorbei und von dort noch etwas weiter zu einem kleinen Campingplatz „Diemelaue“. Dieser wurde beim Campingcheck vorgestellt und da ich in der Nähe war habe ich ihn mir mal angesehen. Ein wirklich idyllischer Campingplatz an einem kleinen Nebenflüsschen der Diemel. Am dortigen Kiosk habe ich mir einen Kaffee gegönnt, bevor ich die Rückfahrt angetreten habe.


Entlang der Weser führen hier gut ausgebaute Radwege durch eine abwechslungsreiche, größtenteils bewaldete Landschaft und an einem großen See mit einem Campingplatz vorbei.


Mit etwas Glück begegnet man dabei auch tierischen Zeitgenossen – wie diesem Fuchs, der unvermittelt den Weg kreuzte.
Auf der gegnüberliegenden Weserseite, etwas erhöht über dem Tal, sieht man das Museum Schloss Fürstenberg, dass sich neben der Pozellanmanufaktur befindet. Es ist die zweitälteste Manufaktur mit einem „F“ als Zeichen. Dort wird exklusives, hochwertiges Porzellan hergestellt.

Distanz: 59 km
Fahrzeit: 3:25 Std (Ø 17,2 km/h)
Höhenmeter: ca. 180 hm
Charakter: überwiegend flach
Keine besonderen Schwierigkeiten – lediglich die Auffahrt zur Brücke ist relativ steil. Alternativ kann man die Fähre ein Stück weiter nutzen.
Die Strecke vertläuft meist eben, bis auf den letzten Teil hinter Bad Karlshafen bis zum Campingplatz. In Würgassen habe ich auf dem Hinweg die Brücke gewählt, wodurch es hier ein Stück sehr steil aufwärts ging. Auf dem Rückweg habe ich die Dreiländereckfähre (Herstelle-Würgassen) gewählt. Es handelt sich um eine Gierseilfähre, die allein durch die Strömung der Weser angetrieben wird.
Fahrradtour nach Bodenwerder – der Münchhausenstadt
Am nächsten Tag ging es dann in die andere Richtung. Kurz hinter Höxter bin ich vom Weserradweg abgebogen, um mir Schloss Corvey anzusehen. Es wurde vor 1200 Jahre als Benediktinerkloster erbaut und ist heute Weltkulturerbe. Bei meinem nächsten Besuch werde ich eine Besichtigung einplanen.
Weiter ging die Fahrt nach Bodenwerder der Geburtsort des „Lügenbarons“ Münchhausen, und daher daher auch Münchhausenstadt genannt wird. Die Fahrt dorthin war schon wegen der Natur ein Erlebnis.



In der Stadt konnte man an vielen Stellen Hinweise und Darstellungen entdecken, die mit Münchhausen verbunden sind. Das Schloss Münchhausen, ehemals Herrensitz, jetzt Rathaus. Einige Skulpturen, die sich auf die „Lügengeschichten“ beziehen.





Aber auch die Altstadt mit historischen Fachwerkhäusern ist einen Besuch wert.
Sehenswert ist auch die Weserpromenade und im nachhinein habe ich erfahren, dass es hier einen sehr schönen Wohnmobilstellplatz geben soll.

Distanz: 91,5 km
Fahrzeit: 4:55 Std (Ø 18,6 km/h)
Höhenmeter: ca. 220 hm
Charakter: überwiegend flach die Höhenmeter verteilen sich auf die Strecke.
Aufgrund der Entfernung und Zeit, sollte man den Fahrradsattel gewohnt sein.
In Bodenwerder ist es nicht erlaubt mit dem Fahrrad in der Fußgängerzone oder auf der Promenade zu fahren, obwohl diese sehr breit und keineswegs überlaufen sind.
Wohnmobilstellplatz in Rinteln

Am nächsten Tag bin ich dann nach Rinteln weitergefahren. Dort gibt es ebenfalls einen Stellplatz direkt an der Weser, der alles zur Ver- & Entsorgung bietet.
Bei der Einfahrt muss ein Ticket gezogen werden wie im Parkhaus und am Automaten dann bezahlt werden. Ein Verlängern ist möglich. Die Ver- & Entsorgung befindet sich außerhalb der Schranke und ist kostenpflichtig, auch der Bodeneinlass für Abwasser und WC-Kassette.

Wenige Meter vom Wohnmobilstellplatz entfernt befinden sich ein Biergarten und kurz dahinter eine Beach Bar.
Rinteln selber ist eine schöne, interessante Stadt mit einer Fußgängerzone und vielen historischen Fachwerkhäusern. Um in die südlich der Weser liegende Altstadt zu kommen, muss man über die Brücke gehen.



Fahrradtour nach Hameln – den Rattenfänger gesucht – und noch ein bisschen weiter


Die erste Fahrradtour von Rinteln aus, ging Richtung Hameln, der Rattenfängerstadt. Ich habe mir die Stadt mit dem Fahrrad angesehen. Anschließend bin ich noch weiter auf dem Weserradweg Flussaufwärts gefahren, bis kurz vor Bodenwerder. Da ich die ganze Strecke auch wieder zurück musste, habe ich dann irgendwann abgebrochen. Man muss ja nicht übertreiben.




Distanz: 102 km
Fahrzeit: 6:12 Std (Ø 16,5 km/h)
Höhenmeter: ca. 160 hm
Charakter: überwiegend flach die Höhenmeter verteilen sich unmerklich auf die Strecke.
Aufgrund der Entfernung und Zeit, sollte man den Fahrradsattel allerdings schon gewohnt sein.
Landschaftlich war es eine der schönsten Touren die ich bisher im Weserbergland gemacht hatte.
Fahrradtour nach Porta Westfalica und Besuch bei Kaiser Wilhelm I.
Am nächsten Tag ging es dann Flussabwärts bis Porta Westfalica (Westfälische Pforte).




Dort habe ich das Denkmal von Kaiser Wilhelm I. besucht, welches 1896 eingeweiht wurde. Von da oben hat man einen herrlichen Ausblick auf die Umgebung und Teile von Porta Westfalica. Erst mussten aber ca. 170 Höhenmeter auf kurzer Distanz überwunden werden um dorthin zu kommen.





Distanz: 83,4 km
Fahrzeit: 4:38 Std (Ø 18,0 km/h)
Höhenmeter: ca. 430 hm
Charakter: Die Strecke an sich ist überwiegend flach.
Ca. 170 Höhenmeter entstehen hier nur auf einer Strecke von ca. 1,5 km, bei der Auffahrt zum Kaiser Wilhelm Denkmal, hier überschreitet die Steigung schonmal die 10%.
Der Rückweg verlief teilweise auf einer anderen Strecke. Zum einen bin ich durch Bad Oenhausen gefahren und vor Rintel am Doktorsee vorbei.
Wohnmobilstellplatz in Minden
Das nächste Ziel war dann Minden. Die Stadt gehört zur Hanse. Sie hat eine sehr schöne Altstadt. Minden hat einen sehr großen Parkplatz „Kanzlers Weide“, er ist für PKWs kostenlos, Wohnmobile können für nur 5 Euro hier über Nacht stehen. Die Versorgung ist dann aber kostenpflichtig. Der Parkplatz ist auf dem anderen Weserseite von Minden. Direkt am Parkplatz gibt es eine Fußgängerbrücke, über die man in die Stadt gehen oder mit dem Fahrrad fahren kann.




Das Wasserstraßenkreuz in Minden – Mittellandkanal kreuzt die Weser
Minden ist bekannt für das Wasserstraßenkreuz. Der Mittellandkanal überquert hier die Weser, und das schon seit 1915. Es wurde 1998 um eine zweite Brücke für größere Schiffe erweitert.
Ein eindrucksvolles Erlebnis ist es das Wasserstaßenkreuz in live zu erleben. Man sieht ein Schiff über die Brücke fahren, denkt nach –
und merkt erst dann, wie ungewöhnlich es eigentlich ist, wenn Wasser eine Straße oder einen anderen Fluss kreuzt.






Die Schachtschleuse verrichtet ihren Dienst schon seit 1915. Dort werden die Schiffe von der Weser zum Mittellandkanal gebracht und umgekehrt.
2017 wurde die Weserschleuse Minden für größere Schiffe parallel dazu gebaut.
Reisemobilhafen in Stolzenau

Als letzte Station war Stolzenau auf dem Plan. Die Gegend hat sich deutlich verändert: Das Weserbergland endet bei Minden bzw. Porta Westfalica, danach wird die Umgebung spürbar flacher.
Auf der Weser begegnet man hier auch wieder häufiger Frachtschiffen, die zum oder vom Mittellandkanal unterwegs sind.
Der Reisemobilhafen hat 24 Stellplätze mit einer kompletten Ent-und Versorgungsmöglichkeit. Der Preis (Stand 2025) war 10 Euro. Er ist neben einem Campingplatz gelegen.
Fahrradtour zum Steinhuder Meer

Bei der Routenplanung mit dem Fahrrad wähle ich meist Gravelbike-Strecken, da diese häufig über ruhigere Wege fernab größerer Straßen führen. Allerdings kann es dann auch schonmal passieren, dass man dann nicht mehr weiterkommt und zurück muss wie im ersten Bild, ein Weg der durch ein Moorgebiet führt.
Die Tour hatte das Steinhuder Meer als Ziel. Das Steinhuder Meer ist der größte Binnensee Nordwestdeutschlands und ein beliebtes Ziel für Radfahrer und Ausflügler. Es gab unterwegs einen Aussichtspunkt, der nur zu Fuß durch einen überwachsenen Weg führt und dann einen wunderschönen Ausblick auf den See erlaubt.
Im Steinhuder Meer liegt der Wilhelmstein, eine künstlich angelegte Insel aus dem 18. Jahrhundert, auf der später eine Festung errichtet wurde.




Distanz: 80,2 km
Fahrzeit: 5:02 Std (Ø 16,0 km/h)
Höhenmeter: ca. 110 hm
Charakter: Die Strecke ist ausschließlich flach.
Damit endete eine abwechslungsreiche Tour entlang der Weser – von den bewaldeten Hügeln des Weserberglands bis zu den flacheren Landschaften rund um Stolzenau. Stellplätze, kleine Städte und viele ruhige Radwege machten die Strecke zu einer sehr entspannten Wohnmobil- und Fahrradtour.
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