Um Schönes zu sehen muss man nicht unbedingt weit fahren. Vieles gibt es schon in unmittelbarer Nähe wie das Naturschutzgebiet Brachter Wald, die Heidemoore und das Elmpter Schwalmbruch bei Brüggen und Niederkrüchten am Niederrhein.
Anfahrt über alte Bahntrasse über den De Wittsee
Über die alte Bahntrasse Kempen – Kaldenkirchen kann man wunderbar mit kaum Straßenberührung bis in den Brachter Wald gelangen. Die Strecke führt über einen Damm durch den De Wittseee, wodurch der See in kleiner und großer De Wittsee geteilt wird.



Heidemoore


Über den Grenzwald in Kaldenkirchen kommt man zu den Heidemooren. Je nach Niederschlägen in den Tagen zuvor kann es zum Erlebnis werden. Es kann auch passieren, dass man umkehren muss und einen anderen Weg nehmen in der Hoffnung, dass dieser passierbar ist.


Wenn man die Unwegsamkeiten hinter sich gebracht hat wird man dafür mit dem Blick auf einige kleine Seen im Moor belohnt.
Diese sogenannten Mooraugen sind von Torfmoosen und feuchten Heideflächen umgeben. Wasserstauende Schichten im Boden sorgen dafür, dass sich das Wasser hier sammeln kann.
Brachter Wald
Das Naturschutzgebiet Brachter Wald ist ein ehemaliges Munitionsdepot der Rheinarmee – eines , wenn nicht sogar das größte in Europa. Heute hat sich die Natur vieles zurückgeholt. Man kann große Teile des Gebietes zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Das gesamte Gebiet ist nach wie vor eingezäunt. Der Zugang ist an verschiedenen Stellen durch Drehkreuze möglich, die man auch bequem mit dem Fahrrad passieren kann.
Ein großer Teil der Wege ist noch aus der damaligen Zeit asphaltiert und es stehen noch einige wenige Gebäude dort. Man kommt auch an Gütebahnhöfen vorbei bzw. deren Überresten und überquert Reste des damaligen Schienennetzes. Immer wieder stößt man auf große Splitterschutzwälle, die zur Sicherung der gelagerten Munition errichtet wurden – etwa um im Fall einer Explosion die Auswirkungen zu begrenzen, oder vor Waldbränden zu schützen.
Der Brachter Wald ist eine Mischung aus Heide- und Waldlandschaft. Hier haben sich wieder seltene Pflanzen- und Tierarten niedergelassen.




Gallowayrinder, Schafe, Damhirsche und eine kleine Herde aus Konik-Pferden werden zur Beweidung eingesetzt, damit die Heideflächen nicht wieder zuwachsen.
Galloway-Rinder und Damwild habe ich hier schon öfter angetroffen. Die Rinder sind völlig entspannt und lassen sich eigentlich nicht stören. Das Damwild nur solange man ihm nicht zu nahe kommt.




Weitere Informationen zum Brachter Wald bei der NRW Stiftung
Für den Rückweg bin ich dann auf niederländischer Seite Richtung Swalmen – eine längere Strecke genau der Grenze entlang – gefahren. Unterwegs habe ich neue Freunde kennengelernt, die Kommunikation war allerdings schwierig, denn mein Gegenüber sprach offenbar nur Niederländisch. Auf der deutschen Seite ging es an der Kahlbergschen Heide und Diergartscher Wald vorbei und auf der niederländischen Seite befinden sich einige Seen. Die Oberfläche war so klar, dass sich der angrenzende Wald und die Wolken auf der Oberfläche spiegelten.



Weiter ging es am Schwimmbad de Bosberg vorbei weiter Richtung Venekotensee. Um nicht an der Hauptstraße entlang fahren zu müssen, nimmt man einen kleinen Umweg über die Felder in Kauf – der sich, wie ich finde, wegen der Ruhe und der Aussicht durchaus lohnt.
Elmpter Schwalmbruch


Wenn man dann wieder an die Schwalm kommt taucht man ein wenig in eine andere Welt ein.
Kleine Seen die hier – ähnlich wie im Heidemoor – immer wieder auftauchen. Die Natur ist sich überwiegend selbst überlassen. Der Mensch darf hier zusehen.


Je nach Niederschlägen der letzten Zeit, kann man in dem Moor das Wassser stehen sehen, zu anderen Zeiten wirkt es dagegen völlig trocken


Ein etwas größerer See, kurz bevor man wieder auf die Schwalm trifft.
Durch das Elmpter Schwalmbruch führen länderübergreifend wunderschöne Wanderwege. Sonn- und feiertags bei schönem Wetter ist man hier allerdings nicht alleine.


Im weiteren Verlauf kommt man am Venekotensee vorbei. Er ist durch Kiesabbau künstlich entstanden. Heute ist er ein beliebter Naherholugsort.
Die Schwalm wird einige male über Brücken überquert, dabei kann man den Bewuchs rechts und links des Flusses bewundern.
In Brüggen vor dem ehemaligen Bahnhof steht die Dampflokomotive 663. Sie wurde von Hanomag 1921 für die Finnische Staatseisenbahn gebaut und kam dann über Umwege 1989 als Denkmal nach Brüggen.


Tourdaten:
Distanz: 85,6 km
Dauer: 5:08 h (Ø16,7 km/h)
Höhenmeter: 240 hm

Brachter Wald, Heidemoore und das Elmpter Schwalmbruch gehören zu den interessantesten Naturlandschaften am Niederrhein. Besonders mit dem Fahrrad lassen sich die unterschiedlichen Landschaften zwischen Heide, Moor und Flussauen gut erkunden.
Viele Informationen über die Region findet man bei der Biologischen Station Krickenbecker Seen.
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