Vom Zelt über den Wohnwagen zum Wohnmobil

Camping begleitet mich schon seit meiner Kindheit. Damals war das Zelt unser Zuhause auf Zeit. Es roch nach Gras, nach Sommer, manchmal nach feuchtem Stoff – es war in gewisser Weise Freiheit. Für mich gehörten diese Urlaube einfach dazu.

Viele Jahre später kam der erste kleine Wohnwagen. Zu zweit funktionierte das gut – mit zwei Kindern war es aber zu eng. Also wieder zurück – diesmal zu einem großen Zelt. Rückblickend war das alles weniger Komfort, aber vielleicht mehr Abenteuer. Ein Abenteuer war auch ein Umzug zu einem anderen Stellplatz, es wurde zu einem Zelt auf Beinen.

Als sich die Gelegenheit bot, einen älteren Wohnwagen günstig zu übernehmen, habe ich nicht lange gezögert. Er war kein Schmuckstück – eher ein Projekt. Nach einigen Restaurierungsarbeiten wurde er für ein paar Jahre unser treuer Begleiter. Es war die Zeit, in der man noch vieles selbst reparierte, improvisierte und sich über Kleinigkeiten freute.

2007 – Rückkehr zum Camping

2007, nach einer längeren Phase ohne Campingurlaub, zog wieder ein gebrauchter Wohnwagen ein. Dieses Mal etwas größer, etwas komfortabler. Doch es blieb meist beim Jahresurlaub oder ein paar verlängerten Wochenenden. Der Aufwand war einfach zu groß – An- und Abbau, Rangieren, Vorzelt aufbauen, alles ein wenig umständlicher. Damit waren wir bis 2020 unterwegs.

Ein typisches Wochenende mit Wohnwagen

Ein typisches Wochenende sah dann etwa so aus: Freitagnachmittag ankommen, abstellen und alles aufbauen, viel unternehmen konnte man an den Tag nicht mehr. Am Samstag hatte man dann Zeit für Ausflüge oder einfach zum Entspannen. Am Sonntag blieb gerade noch Zeit für ein Frühstück, bevor wieder alles abgebaut und eingepackt werden musste – denn um 11:00 sollte der Platz verlassen sein.

Während der Urlaube mit dem Wohnwagen konnte man natürlich gut Fahrrad fahren oder wandern, allerdings war man eher ortsgebunden. Dafür hatte man das Auto für Unternehmungen wie zum Beispiel Stadtbesichtigungen. Der Aufenthalt im Wohnwagen selbst war allerdings sehr komfortabel -nicht zuletzt wegen des Vorzelts.

Der wachsende Wunsch nach Flexibilität und der Umstieg

Der Wunsch flexibel zu sein hat sich im Laufe der Jahre allerdings verstärkt, so wurde der Wunsch zum Wohnmobil lauter. Ein Wohnmobil bietet allerdings nicht denselben Komfort wie ein Wohnwagen: weniger Platz, in der Regel kein Vorzelt, kein separates Auto für Einkäufe oder Ausflüge.

Als der Wohnwagen in die Jahre kam, entschieden wir uns – früher als ursprünglich geplant – für den Umstieg auf ein Wohnmobil. Rückblickend hatten wir mit dem Zeitpunkt Anfang 2020 großes Glück: Auf Grund der Corona-Pandemie explodierten die Preise kurze Zeit später.

Die Herausforderung: weniger Platz

Ganz ohne Herausforderungen verlief der Umstieg allerdings nicht. Alles, was im Wohnwagen Platz fand, passte natürlich nicht mehr ins Wohnmobil – obwohl es mit 7,50 m Länge nicht gerade klein war. Beim Umräumen musste also reichlich aussortiert werden.
In einem zweiten Schritt verzichteten wir auf weitere Dinge, weil der Platz eben nicht ausreichte. Wir mussten lernen, dass Wohnmobilreisen völlig anders sind als das Reisen mit dem Wohnwagen.

Jetzt einige Jahre später können noch andere Dinge aussortiert werden, die wir nie gebraucht haben. Nach Möglichkeit verzichten wir auf 240 Volt Geräte , da wir meist ohne festen Stromanschluss stehen, jedenfalls in der hellen Jahreszeit.

Die Vorteile und Grenzen heute

Für uns überwiegen jedoch die Vorteile: ankommen, hinstellen und fertig. Kein Strom anschließen, kein Vorzelt aufbauen, keine Wasserwaage. Wenn es uns gefällt bleiben wir ein paar Tage. Wenn nicht, fahren wir weiter. Zwei Tage hier, eine Woche dort, drei Tage woanders. Entweder um Städte zu besuchen oder die Natur zu genießen.

Zugegeben: Mal eben irgendwo hinfahren scheitert manchmal an der Parkplatzsituation oder daran, dass Fahrzeuge über 3,5 Tonnen – wie unseres – gar nicht in den Ort dürfen. Doch das lässt sich meist gut mit Fahrrädern oder öffentlichen Verkehrsmitteln ausgleichen.

Es ist eine ganz andere Art des Urlaubs – aber eine viel freiere. Mal eben für ein Wochenende in die nähere Umgebung fahren, am letzten Tag nicht zwingend um 10:00 oder 11:00 den Platz verlassen müssen, oder notfalls einfach „um die Ecke“ parken, um den Tag am Zielort noch zu genießen. Der Umstieg war für uns keine Komfortentscheidung, sondern eine Freiheitsentscheidung – und genau deshalb der richtige Schritt.

✍ Überarbeitet am: 22. Februar 2026

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