🌆 Hamburg – mehr als nur eine große Stadt
Hamburg ist eine dieser Städte, bei denen man nicht lange braucht, um anzukommen. Es ist nicht nur die Größe oder die bekannten Sehenswürdigkeiten – es ist dieses besondere Gefühl, das einen sofort begleitet. Der Blick auf den Hafen, die Mischung aus alten Backsteingebäuden und moderner Architektur und immer wieder das Wasser.
Schon nach kurzer Zeit merkt man: Hamburg funktioniert anders. Die Stadt ist weitläufig, aber gleichzeitig wirkt vieles erstaunlich entspannt. Es gibt keine klassische „Altstadt wie aus dem Bilderbuch“, sondern viele einzelne Bereiche, die zusammen das Gesamtbild ergeben.
Der Wohnmobilstellplatz
In Hamburg gibt es (noch) einen großen Stellplatz mitten in der Stadt. Es ist ein einfacher geschotteter Parkplatz über den auch noch die Straßenbahnschienen laufen. Er hat alles was man braucht, Ver- & Entsorgung und sogar Sanitäranlagen, die über einen Zahlencode betreten werden können. Für den Besuch einer Stadt finde ich ihn absolut ausreichend – zentral gelegen und unkompliziert. 35 Euro (Stand: 2024) ist ein meiner Meinung nach angemessener Preis. Leider soll er in Zukunft wegfallen, da das Grundstück bebaut werden soll. Es gibt allerdings noch Alternativen um Hamburg mit dem Wohnmobil erleben zu können.
Unterwegs in Hamburg – ohne Auto oder Fahrrad
Im Vorfeld hatten wir für die öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Hamburg Tickets online gebucht und konnten sie während unseres gesamten Aufenthalts flexibel nutzen. Das hat vieles deutlich einfacher gemacht, weil wir uns vor Ort um nichts mehr kümmern mussten.
Besonders angenehm ist die Kombination aus U-Bahn, S-Bahn und den Fähren auf der Elbe. Letztere gehören ganz normal zum Nahverkehr und bieten gleichzeitig eine völlig andere Perspektive auf die Stadt. Man fährt nicht nur von A nach B, sondern ist mitten im Geschehen auf dem Wasser. Leider konnten wir die Fähren in der kurzen Zeit die wir hier waren nicht nutzen.
Vom Stellplatz bis zur nächsten Haltestelle waren es nur etwa 700 Meter, also ungefähr sieben Minuten zu Fuß. Damit war der Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr schnell erreicht, ohne dass man sich groß umstellen musste.
Gerade in einer Stadt wie Hamburg ist das ein echter Vorteil. Statt sich mit Verkehr, Parkplatzsuche zu beschäftigen, kommt man entspannt und direkt an die wichtigen Punkte der Stadt.
Erster Tag in Hamburg – vom Hauptbahnhof über Binnenalster zu St. Michaelis

Am ersten Tag sind wir bis zum Hamburger Hauptbahnhof gefahren und haben ihn auch direkt von innen durchquert. Der Hamburger Hauptbahnhof ist ein sogenannter Sackbahnhof und gehört zu den meistfrequentierten Bahnhöfen Deutschlands.
Schon beim Ankommen merkt man sofort, wie viel Betrieb hier herrscht. Menschen aus allen Richtungen, Züge im Minutentakt – ein kompletter Kontrast zur eher ruhigen Anreise mit dem Wohnmobil.

Vom Hauptbahnhof aus sind wir weiter in Richtung Binnenalster gegangen. Hier wurde es sofort ruhiger, und die Stadt zeigte eine ganz andere Seite. Der Weg dorthin ist nicht weit, und man ist innerhalb kurzer Zeit mitten im Zentrum der Stadt.


Weiter ging es an den Alsterarkaden vorbei zum Rathaus. Die hellen Gebäude mit ihren Arkaden prägen das Bild entlang des Wassers. Trotz der zentralen Lage war es dort vergleichsweise ruhig, sodass man die Umgebung in aller Ruhe auf sich wirken lassen konnte.
Der Anblick des prächtigen Rathauses hatte einen gewissen Wow-Effekt.


Von dort aus gingen wir zur Hauptkirche St. Michaelis, auch „Michel“ genannt.
Bevor wir auf den Turm gefahren sind, haben wir zunächst die Krypta besucht.
Anschließend ging es mit dem Aufzug auf den 132 Meter hohen Turm.



Von der Plattform der Hauptkirche St. Michaelis hat man einen weiten Blick über Hamburg und den Hafen.
Die unterschiedlichen Perspektiven zeigen, wie weitläufig die Stadt ist und wie stark sie vom Wasser geprägt wird. In der Ferne sind die Theater von Der König der Löwen und Eiskönigin gut zu erkennen. Auch das Stadion am Rand von St. Pauli ist von hier aus auszumachen. Die Landungsbrücken lassen sich gut durch die grünen Dächer erkennen, dahinter ziehen sich die Hafenanlagen entlang der Elbe.
Hafenrundfahrt in Hamburg




Wenn man in Hamburg ist muss man natürlich eine Hafenrundfahrt machen. An den Landungsbrücken geht es los, vorbei an der „Rickmer Rickmers“. Dabei sieht man dann das eine oder andere Frachtschiff hier sogar in einer hübschen Farbe und Schiffchen, die sich jemand privat angeschafft hat. Auch ein Nachbau eines Mississippi Raddampfers, der auch für Rundfahrten genutzt wird, konnten wir sehen.


Zwei private Schiffchen konnten wir bewundern. Die 115 Meter lange „Luna“ und die 124 Meter lange „Katara“ gehören zu den größten der Welt. Beide kosteten ca. 400 Mio €, dazu kommen jährliche Unterhaltskosten von über 25 Mio €. Wie bei Autos haben auch die Yachten einen enormen Preisverfall: Die 15 Jahre alte Luna war für 270 Mio € zu haben.




Anschließend fuhren wir noch in die Speicherstadt. Auf dem Rückweg sahen wir die Elbphilharmonie von der Wasserseite sowie einen Blick auf die Stadt mit dem Michel im Hintergrund.
Alter Elbtunnel


Anschließend gingen wir durch den St.-Pauli-Elbtunnel – auch „Alter Elbtunnel“ genannt – auf die andere Seite und wieder zurück. Der Tunnel ist seit Jahren für Autos gesperrt und wird derzeit saniert. Er ist schließlich bereits seit 1911 in Betrieb.
St. Pauli und Reeperbahn


Von den Landungsbrücken sind wir dann Richtung Stadt hochgegangen. Dabei konnten wir noch einmal einen Blick auf die Landungsbrücken werfen. Nachdem wir oben waren, haben wir uns erstmal ein Fischbrötchen gegönnt.


Auf der Reeperbahn angekommen, haben wir uns die Davidwache angesehen – das bekannteste Polizeirevier Deutschlands – sowie die Herbertstraße, die durch Sichtschutz abgegrenzt ist und für Frauen sowie Jugendliche unter 18 Jahren nicht zugänglich ist.


Am Stadion vorbei ging es bis zu einem alten Bunker aus der NS Zeit mit bis zu 3,5 Meter dicken Wänden. Vor einigen Jahren wurde er um 23 Meter aufgestockt und mit rund 20.000 Bäumen und anderen Pflanzen begrünt. Leider haben wir es verpasst, ihn zu besichtigen. Er wird heute vielfältig genutzt. Weitere Infos: Hamburg Tourismus
Reeperbahn bei Nacht mit Führung
Für den Abend hatten wir eine Kiez-Führung auf der Reeperbahn gebucht. Startpunkt war die Olivia Jones Bar. Unser Guide war Oli Zeriadtke, ein echtes Kiez-Original. Es war eine sehr interessante Führung, bei der man viel über das Rotlichtmilieu erfährt.
Oli kennt den Kiez seit vielen Jahren und engagiert sich auch sozial. Er betreibt das sogenannte Regenbogenhaus auf der Reeperbahn, ein Projekt, das „gestrandete“ Menschen unterstützt, die sonst kaum Chancen auf dem Wohnungsmarkt haben. Damit wird auch eine ganz andere Seite von St. Pauli sichtbar – abseits von Party und Rotlicht.
Weitere Infos zum Regenbogenhaus




Alsterrundfahrt


Am letzten Tag in Hamburg sind wir vom Hauptbahnhof noch mit dem Bus zur Speicherstadt gefahren. Dort waren wir an der Hafenpolizeiwache 2 Zeuge zu Dreharbeiten – wahrscheinlich zu Notruf Hafenkante.
Später haben wir auf der Alster eine Bootsfahrt gemacht. Dabei kamen wir am Hotel Atlantic vorbei. Udo war leider nicht da, um uns zu begrüßen.
Am nächsten Tag mussten wir leider nach Hause, aber in der Gewissheit, irgendwann wiederzukommen, auch um einige der noch nicht entdeckten Seiten der Stadt kennenzulernen.
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